Selbsthilfegruppe Adipositas Friedrichshafen

 ERNÄHRUNG NACH GASTRIC-BANDING

 

 

Die Gastric-Banding-Operation wurde entwickelt, um eine sichere und weitgehende Gewichtsabnahme bei krankhaft übergewichtigen Patienten herbeizuführen. Gleichzeitig müssen allerdings die Eßgewohnheiten geändert werden, um den gewünschten Gewichtsverlust zu erreichen und zu halten. Die nachfolgenden Empfehlungen wurden unter Berücksichtigung der Erfahrungen von erfolgreich operierten Patienten erarbeitet.

Nach der Operation ist das Volumen Ihres Magens erheblich verkleinert, d.h. Sie können jetzt nur noch kleine Mahlzeiten zu sich nehmen, etwa soviel wie in halbes Brötchen pro Mahlzeit. Das bedeutet, daß Sie mehrere kleinere Portionen (ca. 4-5 Mahlzeiten) essen müssen.

In den ersten 3-4 Wochen nach der Operation sollten Sie eine flüssig-breiige Kost essen. Danach können Sie wieder nach und nach auf normal zubereitete Nahrungsmittel übergehen. Ausgiebiges Kauen ist daher sehr wichtig. Kauen Sie jeden Bissen mindestens 10mal oder öfter, solange bis das Essen im Mund richtig breiig ist. Erst dann darf geschluckt werden. So können Sie eine Verstopfung der ca. 1cm großen Öffnung verhindern. Tasten Sie sich langsam heran. Tauschen Sie nicht gleich alle breiige Kost gegen feste Speisen aus.

Prinzipielle Empfehlungen:

Planen Sie einen Zeitraum von 30-45 Minuten für jede Mahlzeit.

Erklären Sie Ihren Angehörigen, warum Sie so langsam essen müssen.

Essen Sie niemals zwischendurch oder im Vorbeigehen, besser sind feste Mahlzeiten.

Nehmen Sie nur kleinste Bissen. Verwenden Sie evtl. einen Kaffeelöffel.

Essen und Trinken Sie niemals gleichzeitig.

Warten Sie ca. 1 Stunde nach dem Essen, bevor Sie wieder trinken.

Trinken Sie immer in kleinen Schlucken.

Essen Sie nicht zu heiß oder zu kalt.

Essen Sie nicht zu süß, zu scharf, zu sauer oder zu fett.

Achten Sie auf Ihr Sättigungsgefühl. Hören Sie auf, sobald Sie sich satt fühlen, auch wenn Sie noch etwas auf Ihrem Teller haben.

Achten Sie auf den Geschmack. Lernen Sie jeden Bissen zu genießen.

Eine Überfüllung des Magens verursacht auf Dauer wieder eine Ausdehnung des jetzt verkleinerten Teil des Magens und führt schließlich zu anhaltendem Erbrechen, möglicherweise auch zu weiteren schwerwiegenden Komplikationen, welche unter Umständen die Entfernung des Magenbandes erfordern. Zu Anfang werden Sie in 20-30 Minuten nur wenig pürierte Nahrung zu sich nehmen können, etwa 3-4 Eßlöffel voll.

Anzeichen der Sättigung können sein:

1. Ein Druck- oder Völlegefühl im Zentrum des Magens direkt unter dem Brustkorb.

2. Ekelgefühle

3. Schmerzen in der Schulter- oder Brustgegend.

Sollten Sie sich übergeben müssen und sollte dies den ganzen Tag anhalten, nehmen Sie bitte keine feste Nahrung mehr zu sich. Nippen Sie nur an klaren Flüssigkeiten (Säfte, Brühe oder Tee). Die Übelkeit kann Folge von zu viel Mageninhalt oder schlecht gekauter Nahrung sein. Wenn der Brechreiz länger als 24 Stunden anhält, setzen Sie sich bitte mit der Klinik in Verbindung.

Die häufigsten Gründe für den Brechreiz sind:

1. Zu schnelles Essen und mangelndes Kauen der Nahrung

2. Zu große Mengen während einer Mahlzeit

3. Trinken direkt vor oder nach dem Essen

4. Fehlende Bewegung nach der Mahlzeit

5. Speisen, die Sie nicht oder noch nicht vertragen.

Müssen Sie Erbrechen, leiden Sie unter Völlegefühl oder Unwohlsein nach dem Essen, prüfen Sie folgende Fragen:

- Habe ich zu schnell gegessen?

- Habe ich oft genug gekaut?

- Habe ich zu viel gegessen?

- Habe ich zum Essen getrunken?

- Habe ich zu bald nach dem Essen getrunken?

- Habe ich mich zu bald nach dem Essen hingelegt?

Erfahrungsgemäß sind folgende Lebensmittel geeignet, bzw. können problematisch sein:

 

geeignete Lebensmittel

 

 

 

geeignete Lebensmittel

ungeeignete Lebensmittel

Brot:

Graubrot, Buttermilchbrot, Knäckebrot

grobgeschrotetes Vollkornbrot, Brötchen

Fette:

Halbfettmargarine, wenig Kochfett, Pflanzenöl

Butter, Schmalz, Sahne, Speck

Brotbelag:

kalorienreduzierte Konfitüre, fettarme Streichwurst, fettarmer Streich-/Schnittkäse, Magerquark

gezuckerte Konfitüre, fette Wurst,  fetter Käsebelag, Sahnequark

Zwischenmahlzeiten:

Molke, fettarmer Joghurt(ungezuckert) , Quarkspeisen, (ungezuckert) gekochtes,ungezuckertes Obst, kalorienreduzierte Säfte

fettreiche Milch, Fruchtjoghurt (gezuckert), frisches Obst, Müsli, Ananas-u. Kiwikompott, Kuchen, Süßigkeiten

Fleisch:

fettarmes Fleisch mit wenig Fett zubereitet ohne mehlgebundene Soßen

ganze, fette Fleischstücke

Gemüse:

gegartes Gemüse ohne gebundene Soßen

Salate, Spargel, Schwarzwurzel, Mais, Hülsenfrüchte

Beilagen:

Kartoffelpüree, Kartoffelschnee

Reis, Nudeln, Pommes frites,  Kroketten, Klöße

 

 

 

Die Verträglichkeit diverser Nahrungsmittel ist individuell sehr unterschiedlich und hängt von der gegessenen Menge und besonders auch vom ausreichenden Kauen ab.

Von einigen Patienten wissen wir, daß sie Schwierigkeiten hatten mit:

- grobfaserigem Fleisch, besonders Rindfleisch

- mit der Haut von Orangen, Mandarinen, Grapefruits, Trauben

- mit der Haut von Tomaten, Mais, weißen Bohnen

- mit grünem Salat, Sauerkraut

- mit scharfen Gewürzen

- mit frischem Brot und Teigwaren

- mit gebackenen Nahrungsmitteln

-> Pürieren, mixen oder zerkleinern Sie Ihre Lebensmittel, pressen Sie aus und mahlen Sie entsprechende Lebensmittel, denn es besteht die GEFAHR DER VERSTOPFUNG des Durchlasses.

Speisen und Getränke, welche aufgrund ihres Kaloriengehaltes ungünstig sind:

Speiseeis, Cola, Fanta, Sirup, gezuckerte Fruchtsäfte (200ml frisch gepreßter oder 100% reiner Fruchtsaft sind pro Tag erlaubt), Torten und Kuchen, Kakao und Schokoladenpudding, Speisen mit viel Zucker oder Schlagsahne, fette Soßen, Kekse. Knabbergebäck, Nougat, Pralinen, etc.

 

Vitamine und Mineralstoffe

Auf der einen Seite sollten Sie keine zu großen Mengen essen, auf der anderen Seite ist es aber wichtig, eine ausgewogene Nahrung zu sich zu nehmen. Neben Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten brauchen Sie auch Vitamine und Mineralstoffe.

Beachten Sie daher folgendes:

Täglich mindestens 1 Milchprodukt (Joghurt, Quark, Käse, Milch)

1 Stück Obst oder Kompott

Graubrot oder Vollkornbrot

Kartoffeln oder Reis

1 x Gemüse oder Salat oder Rohkost

wöchentlich höchstens 2 x Fisch

3 x Fleisch - fettarm

2 x Wurst - fettarm

2 x ein Ei

Welches Fett kann verwendet werden?

wenig Butter als Aufstrichfett

zum Kochen Sonnenblumen- oder Maiskeimöl wenig

Olivenöl für den Salat

Zusätzlich wird ein kaubares oder flüssiges Multi-Vitaminpräparat für die ersten Wochen empfohlen, fragen Sie Ihren Apotheker um Rat.

Milch ist ein wichtiger Bestandteil Ihrer Diät, der wichtige Proteine und Calcium liefert. Wenn Sie Milch als Getränk nicht vertragen, sollte sie durch Suppen, Pudding oder Käse in die Diät eingebracht werden.

Stellen Sie Ihren Speiseplan auf eine kalorienreduzierte Mischkost um. Damit erreichen Sie eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen.

Beispiele:

Frühstück: Tee, Kaffee, Magerkakao

1 weiches Ei

Hüttenkäse oder Gervais oder Butter oder Margarine

Knäckebrot, Toastbrot, Vollkornbrot (nicht ganz frisch)

Corn flakes, Joghurt

2. Frühstück: Joghurt, Fruchtmus, Buttermilch, Rohkost, Kompott

Hauptmahlzeit: immer eine Portion Gemüse oder Salat

(keine Hülsenfrüchte, keine Schalen, kein grüner Salat)

Kartoffeln, Reis, Semmelknödeln

Eierspeisen

Fleisch püriert und gehackt kein Problem

kein faseriges Fleisch verwenden

immer gut weichkochen und sehr gut kauen

Abendessen: klare Suppe mit Einlagen oder Cremesuppe

Brotsorten wie beim Frühstück

Streichkäse, Fisch, Leberwurst (vorsicht Fett!)

Getränke: Magermilch, Buttermilch

verdünnte Frucht- und Gemüsesäfte

Kaffee, Tee, mildes Mineralwasser, zuckerfreie Limonaden

Trinken ist wichtig, sollte jedoch nicht gleichzeitig mit dem Essen erfolgen. Erfahrungsgemäß sind kohlensäurehaltige Getränke nicht gut verträglich. Achten Sie auch bei Getränken auf den Energiegehalt. Flüssigkeit ist nötig, um verlorengegangenes Körperwasser zu ersetzen und Austrocknung zu verhindern.

Empfehlenswerte Getränke sind auch Kaffee und Tee.

Weitere Empfehlungen zum Trinken:

1. 30-40 Minuten vor und nach dem Essen sollten Sie nicht trinken, um eine Überfüllung

des Magens zu vermeiden.

2. Nippen Sie nur an den Getränken und achten Sie besonders auf die Menge.

3. Vermeiden Sie hochkalorische Getränke wie Milchshakes, Limonade, Bier und andere

alkoholische Getränke.

Durch das Trinken von hochkalorischen Getränken werden viele Kalorien aufgenommen, ohne ein Sättigungsgefühl zu bewirken. Dies bedeutetgleichzeitig eine verminderte Gewichtsreduktion.

Alkoholische Getränke 100-125 Kalorien (Gin, Wodka, Whiskey)

Bier (0,33l) 150 Kalorien

Milchshake (groß) 840 Kalorien

Limonade (Dose 0,33l) 160 Kalorien

Milch (1/4l; 3,5%) 160 Kalorien

Insgesamt sollten Sie über den Tag verteilt 2-3 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen (am besten stilles Wasser).

Der Gewichtsverlust erfolgt schrittweise, und es gibt Phasen, in denen über 3-4 Wochen kein Gewichtsverlust stattfindet. Das ist normal und darf Sie nicht entmutigen. In der Regel können Sie 2 Jahre nach der Operation Ihr Zielgewicht erreichen.

 

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